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Neues Verfahren zur Hornhauttransplantation: schnellere Heilung, weniger Komplikationen

Erkrankungen der Hornhaut des Auges sind
eine der häufigsten Erblindungsursachen. Ist die Hornhaut
getrübt, hilft oft nur eine Transplantation. Eine neue Operationstechnik
erlaubt es Ärzten jetzt, statt der gesamten Hornhaut nur
eine hauchdünne Schicht zu übertragen. Davon erholen sich die
Augen wesentlich schneller als bei dem herkömmlichen
Vorgehen. Zudem treten Hornhautverkrümmungen und andere
Komplikationen seltener auf. Die Fortschritte auf dem Gebiet der
Hornhauttransplantation sind ein Schwerpunkt auf dem World
Ophthalmology Congress (WOC® 2010), der im Juni in Berlin
stattfindet.


Das von US-Augenärzten entwickelte Operationsverfahren DSAEK
(Descemet Stripping Automated Endothelial Keratoplasty) kommt
zunehmend auch an deutschen Augenkliniken zum Einsatz. „Wir transplantieren
dabei nur eine 100 bis 200 Mikrometer dünne Scheibe der Hornhaut,
die aus Teilen der Stromaschicht und aus dem Endothel besteht. Dabei
handelt es sich um eine dünne Zellschicht, die die Hornhaut innen
auskleidet und sie von der Flüssigkeit der vorderen Augenkammer trennt",
erklärt Professor Dr. med. Friedrich E. Kruse, Direktor der Universitäts-
Augenklinik Erlangen. Das Endothel wird mit einem automatisierten
Präzisionsmesser, dem Keratom, von der Hornhaut des Spenderauges
abgetrennt. Nachdem der Operateur das erkrankte Endothel des
Empfängers entfernt hat, schiebt er die feine Lamelle des Spenders durch
einen kleinen Schnitt neben der Hornhaut in die Augenkammer. Dort
platziert er sie auf der Innenseite der Hornhaut.


Das neue Operationsverfahren kommt für jene Patienten infrage, bei denen
eine Erkrankung des Endothels die Hornhauttrübung verursacht. Das ist bei
etwa 40 Prozent der Fall. „Der Anteil des Endothels an der Hornhaut ist
minimal. Es ist deshalb gar nicht notwendig, bei diesen Patienten die
gesamte Hornhaut zu ersetzen", so Kruse.

 

Damit das neue Endothel an der Hornhaut haften bleibt, injiziert der
Operateur nach der Transplantation eine Luftblase in die Augenkammer.
Um sie in Position zu halten, müssen die Patienten zwei Tage in
Rückenlage das Bett hüten. „Insgesamt ist die Erholungsphase jedoch
deutlich kürzer als nach einer herkömmlichen Hornhauttransplantation",
erklärt Kruse im Vorfeld des WOC® 2010. „Hier vergehen meist 18 Monate,
bis die Patienten wieder gut sehen können. Bei der DSAEK sind es
dagegen meist nur einige Wochen bis wenige Monate."


Eine Weiterentwicklung der DSAEK ist die DMEK (Descemet Membrane
Endothelial Keratoplasty). Bei ihr überträgt der Operateur nur noch die
Descemetsche Membran und das Endothel, also eine zehn Mikrometer
dicke Schicht. Die Ergebnisse der ersten 100 mit dieser Technik operierten
Patienten zeigen, dass die Sehschärfe deutlich besser ist als nach der
DSAEK. Die Technik sei allerdings noch komplizierter, so Kruse.


Nach einer herkömmlichen Transplantation kommt es nicht selten zu
Unregelmäßigkeiten in der Wölbung der Hornhaut. „Diese Hornhautverkrümmung
führt dazu, dass viele Patienten nach der Operation eine
Brille oder Kontaktlinsen tragen müssen. Mit der DSAEK und der DMEK
haben wir diese Probleme deutlich minimieren können", berichtet Kruse, der
aktuelle Ergebnisse beider OP-Techniken auch mit seinen Kollegen auf
dem WOC® 2010 diskutieren wird.



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