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Neues Krankheitsbild entdeckt

Wissenschaftler des Hertie-Instituts für klinische Hirnforschung (HIH) am Universitätsklinikum Tübingen haben mit Kollegen der Universitäts-Augenklinik ein neues Krankheitsbild identifiziert. Ursache der Erkrankung ist ein defektes Protein, das in der Signalverarbeitung im vegetativen Nervensystem eine zentrale Rolle spielt (muskarinerger Rezeptor Subtyp 3). Die bei dem Patienten beobachtete Symptomkombination einer Blasenentleerungsstörung, veränderten Pupillenmotorik verminderter Schweißsekretion und Untergewicht ermöglicht erstmalig eine präzise Einschätzung der funktionellen Bedeutung dieses Proteins beim Menschen. (Neurology, 01.02.2011 )

 

Die Tübinger Neurologen Dr. Jörn Pomper und Prof. Dr. Thomas Haarmeier vom Hertie-Institut für klinische Hirnforschung beschreiben zusammen mit ihren Kollegen des Zentrums für Neurologie, der Tübinger Universitäts-Augenklinik, der Universitätsklinik für Urologie, des Helios Klinikums in Wuppertal und Pharmakologen der Universität Camerino in Italien das neue Krankheitsbild bei einem Patienten, der sich mit Schmerzen aufgrund häufiger Blasenentzündungen vorstellte. Die ausführliche Untersuchung offenbarte nicht nur eine schwere Blasenentleerungsstörung, sondern auch extrem weite, auf Licht und Nähe nicht reagierende Pupillen, was eine Systemerkrankung des vegetativen Nervensystems nahelegte. Die augenärztliche Untersuchung ebnete den Weg zur Aufklärung der zugrunde liegenden Erkrankung, insofern sie eine Störung in der Informationsübertragung vom Nerven auf den die Pupillenweite steuernden Muskel nachwies. Ergänzt um eine umfangreiche Untersuchung des vegetativen Nervensystems zeigte sich neben der Störung der Blasenentleerung und der Pupillenmotorik eine verminderte Schweißsekretion und ein leichtes Untergewicht. Diese Symptomkombination ließ die Tübinger Forscher um Jörn Pomper auf den Defekt eines spezifischen Rezeptorproteins (muskarinerger Rezeptor Subtyp 3) schließen. Eine verblüffende Übereinstimmung dieses Krankheitsbildes mit den Merkmalen genveränderter  Mäuse, die über diesen Rezeptor  nicht verfügen, und der Nachweis einer erheblich verminderten Konzentration des Rezeptors bei dem Patienten stützen die Schlussfolgerung.

 

„Die neuen Erkenntnisse zu diesem Protein sind für die pharmakologische Forschung interessant, da der Rezeptor bei verschiedenen Erkrankungen wie zum Beispiel Blasenentleerungsstörungen und Übergewicht als therapeutischer Angriffspunkt geeignet sein dürfte," so die Einschätzung von Jörn Pomper. Außerdem können Nebenwirkungen von Psychopharmaka, die nicht selten auf den Rezeptor Einfluss nehmen, besser abgeschätzt werden.

 

Originaltitel der Publikation:
A novel clinical syndrome revealing a deficiency of the muscarinic M3 receptor

Autoren:
Jörn K. Pomper, MD1,, Helmut Wilhelm, MD2, Seyed Khosrow Tayebati , PharmD, PhD3, Friedrich Asmus, MD1, Rebecca Schüle, MD1, Karl-Dietrich Sievert, MD, PhD4, Carl-Albrecht Haensch, MD5, Arthur Melms, MD1 and Thomas Haarmeier, MD1

1 Hertie-Institut für klinische Hirnforschung, Universität Tübingen
2 Universitäts-Augenklinik, Universität Tübingen
3 Abteilung für experimentelle Medizin und öffentliche Gesundheit, Universität Camerino, Italien
4 Universitätsklinik für Urologie, Universität Tübingen
5 Abteilung für Neurologie, Labor  für autonome Funktionsstörungen , Helios Klinikum Wuppertal


Neurology

http://www.neurology.org/cgi/content/abstract/76/5/451?etoc
doi: 10.1212/WNL.0b013e31820a0a75 Neurology February 1, 2011 vol. 76 no. 5 451-455

Kontakte:
Universitätsklinikum Tübingen, Zentrum für Neurologie
Hertie-Institut für klinische Hirnforschung (HIH)

Dr. Jörn Pomper
Tel: 07071-29-80469
Mail: joern.pomper(at)uni-tuebingen.de

 

Hertie-Institut für klinische Hirnforschung
Externe Pressestelle:
Kirstin Ahrens
Telefon: 07073-500 724, Mobil: 0173-300 53 96
mail(at)kirstin-ahrens.de

Universitätsklinikum Tübingen
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Ellen Katz
Telefon: 07071-29-80112
Mail: ellen.katz(at)med.uni-tuebingen.de



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