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Würzburger Universitäts-Augenklinik: Neue Tagungsreihe stellt die Netzhaut in den Mittelpunkt

Mit dem 1. Würzburger Retina-Tag startete die Augenklinik des Uniklinikums Würzburg eine neue Fortbildungsreihe. Bei der Premiere Ende Juni dieses Jahres gab es für die über 100 Fachteilnehmerinnen und -teilnehmer vor allem Informationen über aktuelle Entwicklungen bei der Optischen Kohärenztomografie (OCT) und der Retina-Chip-Implantation. Mit der neu geschaffenen Heinrich Müller-Ehrenvorlesung wurde zudem die Brücke zu einem international bedeutenden Ophthalmologen geschlagen, der im 19. Jahrhundert in Würzburg forschte und arbeitete.

„Die Augenheilkunde ist einer der innovativsten Bereiche in der Gesundheitsforschung. Gerade bei der Diagnostik und Therapie von Netzhauterkrankungen gibt es aktuell zahlreiche vielversprechende Entwicklungen“, schildert Prof. Jost Hillenkamp. Um speziell mit den regionalen Fachleuten, wie zum Beispiel den niedergelassenen Augenärzten, in einen verstärkten Informationsaustausch zu diesem Themenkreis zu treten, rief der Direktor der Augenklinik und Poliklinik des Uniklinikums Würzburg den Würzburger Retina-Tag ins Leben. Die Premiere der neuen Veranstaltungsreihe fand am 25. Juni 2016 im Toskana-Saal der Würzburger Residenz statt. Über 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgten der Einladung der Klinik.

Vorlesung zu Ehren von Heinrich Müller

Einer der zentralen Tagungspunkte war die erste Heinrich Müller-Ehrenvorlesung. „Ähnlich wie bei der im Zusammenhang mit dem etablierten Würzburger Glaukomtag stattfindenden Leydhecker-Harms-Ehrenvorlesung erinnern wir mit dem namensgebenden Prof. Heinrich Müller an eine große Würzburger Mediziner-Persönlichkeit“, erläutert Prof. Hillenkamp. Der im Jahr 1820 geborene Heinrich Müller war Professor für Anatomie an der Würzburger Universität. Er beschäftigte sich mit der Anatomie des Auges und des Sehnerven. Dabei entdeckte er den nach ihm benannten Müller’schen Zirkularmuskel als einen Teil des Ziliarmuskels sowie die Müllerzellen. Letztere durchspannen die Netzhaut von innen nach außen und übernehmen dort verschiedene essentielle Funktionen. „Man kann ohne Übertreibung behaupten, dass Prof. Heinrich Müller zu den weltweit führenden Ophthalmologen des 19. Jahrhunderts zählt“, unterstreicht Prof. Süleyman Ergün. Der Leiter des Instituts für Anatomie und Zellbiologie der Uni Würzburg berichtete beim Retina-Tag über das Wirken von Heinrich Müller und beschrieb diese „Blütezeit der Mikroskopie“.

Jetzt auch Gefäße der Netzhaut berührungslos darstellbar

Gehalten wurde die erste Heinrich Müller-Ehrenvorlesung von Prof. Giovanni Staurenghi vom Luigi Sacco Hospital in Mailand/Italien. Der international anerkannte Experte für die Diagnose und Behandlung von Netzhautdegenerationen widmete seinen Vortrag neuen Technologien in der retinalen Bildgebung. Im Mittelpunkt stand dabei die OCT-Angiografie. Bei der Optischen Kohärenztomografie (OCT) nutzen Augenärzte ein spezielles, für das Auge ungefährliches Laserlicht. Die verschiedenen Schichten der Netzhaut reflektieren dieses Licht unterschiedlich. Aus den so gewonnenen Informationen errechnet das Gerät ein Querschnittbild der Netzhautschichten. Eine Weiterentwicklung dieses bereits gängigen Verfahrens ist die Darstellung des retinalen Gefäßsystems. Vorteil der OCT-Angiografie ist eine hohe Tiefenauflösung – und das ohne Kontrastmittelgabe an die Patienten. 

Gemeinsames Interpretieren von OCT-Bildern

„Diese aussichtsreiche Technologie ist noch so neu, dass die internationalen Augenheilkundler derzeit noch ausloten, welche Diagnosemöglichkeiten sich uns damit erschließen – und wo die Grenzen des Verfahrens liegen“, sagt Prof. Hillenkamp. Vor diesem Hintergrund schloss sich an die Ehrenvorlesung ein OCT-Workshop an, bei dem die Tagungsteilnehmerinnen und -teilnehmer die Gelegenheit hatten, per Beamer präsentierte OCT-Bilder von kniffeligen Beispielfällen selbst zu interpretieren.

Weitere Vorträge zu Trends und Verfahren

Neben dem Schwerpunktthema OCT nutzen Prof. Hillenkamp sowie seine Mitarbeiter Dr. Thomas Ach und Privatdozent Dr. Winfried Göbel den Würzburger Retina-Tag für die Vorstellung weiterer Trends und Verfahren, wie zum Beispiel die Implantation der neuen Generation des Retina-Chips (Retina Implant). Der unter die Netzhaut eingepflanzte Mikrochip hat das Potenzial, blinden oder stark sehbehinderten Menschen die Sehkraft teilweise zurückzugeben.
Der Würzburger Retina-Tag soll von nun an alle zwei Jahre stattfinden, im jährlichen Wechsel mit dem Würzburger Glaukomtag.



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